An Weihnachten schneller zu Hause

3D-Character, Volkswagen, Rentier auf Heimreise

Aufgabenstellung
Aus dem offenen Schiebedach des VW-fahrenden Weihnachtsmannes sollte ein realistisch wirkender Rentierkopf ragen. Zu diesem Anzeigenmotiv für Volkswagen steuerte die Werbeagentur Grabarz & Partner Hamburg das zugrunde liegende Foto vom Autodach und ein separates von einer Landschaft bei. Es gab ein detailliertes Layout.

Realisierung
An eine Realisierung auf Basis von Fotos war nicht zu denken. Rentiere laufen in meiner Gegend nicht frei herum, und im Wildpark oder Zoo hätte ich nicht nahe genug an so ein Tier herankommen können. Mal ganz abgesehen von der Notwendigkeit, es im passenden Winkel, der richtigen Beleuchtung und fliegendem Fell fotografieren zu können. Unwahrscheinlich deshalb auch die Hoffnung, ein passendes Foto im Angebot der Fotoagenturen zu finden. So wie es aussah, war das ein Fall für Cinema 4D. Um ein Gefühl für die Ausmaße zu bekommen, baute ich eine 3D-Atrappe des Autodaches, um Tierkopf und Mütze später durch eine schiebedachähnliche Öffnung stecken zu können. Auf dem virtuellen Autodach konnten dann auch Spiegelungen und Schatten der Insassen simuliert werden.

Mit der Modellierung des Rentierkopfes hatte ich mir etwas schwieriges vorgenommen. Ich hatte mit dem Hair-Modul zwar schon mehrmals gearbeitet, aber es meistens zur Simulation von Haaren benutzt. Das Fell erzeugt die wahrgenommene Silhouette der Figur, modellieren kann man aber nur den nackten Körper. Zur Überprüfung der optischen Form musste ich immer auch das Fell rendern. Das war unständlich und kostete Zeit. Natürlich wäre es auch nicht realistisch gewesen, an dem gesamten Rentierkopf gleichmäßiges Fell zu haben. Also war es notwendig Dichte, Farbe und Länge der Haare, mit speziell angefertigten Maps gezielt zu steuern, was wieder die Silhouette der Figur beeinflusste. In welche Richtung die Haare zeigten, durfte ich auch nicht ausser Acht lassen, denn das Rentier stemmte ja seinen Kopf gegen den Fahrtwind, und der Strich des Fells sollte diesen Eindruck unterstützen. Ich lößte das Fahrtwindproblem mit der Installation einer virtuellen Windmaschine, die das Fell in die gewünschte Richtung bog.

Es waren sehr viele Schwierigkeiten auf einmal zu bewältigen, so dass ich auf die erste Version der Illustration, die ich dann zur Abstimmung vorlegte, ausgesprochen stolz war.
Die Artdirectoren waren aber nur mäßig begeistert. Die erste Version wirkte bei längerer kritischer Betrachtung, eher wie die Karikatur eines Hirsches. Gut, dass die Zeit noch reichte, mit der Modellierung von Vorne zu beginnen.

Ich baute auf dem auf, was ich schon an Einstellungen für Fell, Licht und Materialien erarbeitet hatte. Allerdings musste ich die die Maps für den Wuchs des Fells wieder an den neuen Kopf anpassen. Nach unzähligen Proberenderings, Justierungen der Einstellungen für das Fell, Nachbesserungen an der Form und Material der Augen und des Geweihs und weiteren Abstimmungen mit den Kollegen in der Agentur, gelang es mir aber schließlich doch, noch im Timing, eine zufriedenstellende Version des Rentierkopfes auszuliefern.


Ein Kommentar zu “An Weihnachten schneller zu Hause”

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